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Flüchtlingsunterkunft an der Hofheimer

Straße wird teurer


Zu Beginn des Jahres 2016 kamen pro Woche gut 100 Flüchtlinge im Main-Taunus-Kreis an, die untergebracht werden mussten. Der Kreisbeigeordnete Johannes Baron (FDP) machte den Kommunen Druck und drängte auf eine Benennung von Immobilien oder Grundstücken, auf denen der Kreis Flüchtlinge unterbringen kann. Ein Grundstück an der Raiffeisenstraße wurde benannt, zum Bau einer Unterkunft von Seiten des Kreises kam es jedoch nicht.

So wurde die Gemeinde Kriftel selbst aktiv: Aufgrund der Direktzuweisung von Flüchtlingen durch den Main-Taunus-Kreis vom 18. Januar 2016 (mit einem schriftlichen Vorlauf von zwei Wochen) wurde es erforderlich, sofort Aufträge für die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft "Hofheimer Straße 56a" durch die Verwaltung zu erteilen, um eine Obdachlosigkeit der Flüchtlinge zu vermeiden. Die erlösende Idee kam aus der Verwaltung: Warum die Flüchtlinge nicht in gebrauchten Mobile Homes unterbringen. Diese konnten umgehend angeschafft und in gutem Zustand von einem Campingplatz auf Rügen angeliefert werden. Diese einmalige Initiative fand deutschlandweit große Beachtung in den Medien.

"Gar nichts war absehbar"

Im Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2016 standen für den Bau einer Unterkunft Mittel von 950.000 Euro, für die Betriebskosten 100.000 Euro zur Verfügung. „Zu Beginn des Jahres war überhaupt nicht abzusehen, in welcher Höhe Kosten durch die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft entstehen werden“, erklärte der Erste Beigeordnete Franz Jirasek jetzt im Planungsausschuss. „Es konnte keine Kalkulation oder Kostenberechnung erstellt werden, da alle Arbeiten sehr kurzfristig und situationsbedingt veranlasst werden mussten.“ Er kündigte daher jetzt an, dass für die endgültige Herstellung der Unterkunft weitere 290.000 Euro entstehen werden.

Der Grund: Vor der kalten Jahreszeit müssen die Heime noch winterfest gemacht werden: Die auf dem Grundstück verlegten Stromkabel sollen eine Abdeckung bekommen und auch die Versorgungsleitungen sollen vor Nässe und Frost geschützt werden. Dafür sind noch einmal rund 80.000 Euro veranschlagt. Damit summieren sich die Kosten für die Unterkunft auf 1,24 Millionen Euro.

11,80 Euro gibt es pro Flüchtling vom Kreis

Im Februar 2016 sind die ersten Flüchtlinge eingezogen. Durchschnittlich leben nun rund 100 Asylbewerbern in den kleinen Heimen. Die Beschaffung, der Transport und die Aufstellung der 30 Mobilheime kostete bisher samt Errichtung der Container für den Gemeinschaftsraum und die Entsorgungsanlagen 1,157 Millionen Euro, hat die Verwaltung jetzt aufgeschlüsselt. 80.000 Euro kommen jetzt für die „Wintereinhausung“ noch hinzu. Außerdem wurde ein Hausmeister angestellt und zeitweise ein Security-Dienst beauftragt.

Vom Main-Taunus-Kreis erhält die Gemeinde Kriftel als Kostenerstattung für die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbewerber Zuwendungen: pro Flüchtling und Tag 11,80 Euro. Damit sollen zunächst die laufenden Betriebskosten abgedeckt werden, die sich in den Wintermonaten durch das Heizen noch erhöhen werden. „Inwieweit diese Pauschale auch dazu beitragen wird, die Investitionskosten der Gemeinde zu tilgen, das ist noch nicht abzusehen“, so der Erste Beigeordnete. Er bedankte sich im Ausschuss, dass Anfang 2016 alle Fraktionsvorsitzende so unbürokratisch die Millioneninvestition mitgetragen haben, sowie bei allen Mitarbeitern und Firmen, die in der turbulenten Anfangszeit fast ununterbrochen im Einsatz waren.