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Kriftel muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

Dringend Unterkünfte gesucht


Die Flüchtlingszahlen steigen stetig, Prognosen für 2015 werden schon jetzt deutlich übertroffen: 238 Asylbewerber musste der Main-Taunus-Kreis im ersten Quartal 2015 aufnehmen. Im zweiten Quartal sind nun weitere 301 Personen neu unterzubringen. „Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen ist unverzügliches Handeln erforderlich“, heißt es in einem Schreiben, das der Sozialdezernent und Kreisbeigeordnete Johannes Baron (FDP) vergangene Woche an alle Kommunen im Kreis geschickt hat. Durch den massiven Unterbringungsnotstand sei der Main-Taunus-Kreis bereits gezwungen, Asylbewerber kostenintensiv in Pensionen und Hotels unterzubringen. Weitere unkonventionelle Lösungen seien nicht auszuschließen. Die Kommunen werden mit dem Schreiben aufgefordert, Unterkünfte zu benennen, in denen innerhalb von zwei Wochen Asylbewerber untergebracht werden können. Eine Rückmeldung erwarte der Kreis bis zum 22. Mai.

Herausforderung für Kriftel

Für Kriftel bedeutet das: Für 39 Flüchtlinge und Asylsuchende sind schnell und kurzfristig aufzunehmen. Für sie hat die Gemeinde eine „Aufnahmeverpflichtung“. Doch die im August 2014 fertiggestellte Gemeinschaftsunterkunft (GU) mit 500 Quadratmetern Wohnfläche (eingeteilt in zehn Wohneinheiten) in der Richard-Wagner-Straße 109, die maximal 40 Personen bewohnen können, ist voll. Und auf die Schnelle lässt sich keine weitere errichten.

Kriftels Bürgermeister Christian Seitz hat alle Ausschüsse der Gemeindevertretung vergangene Woche informiert. „In kurzer Zeit wird sich die Zahl der Flüchtlinge in Kriftel verdoppeln. Das ist eine riesige Gemeinschaftsaufgabe, eine echte Herausforderung.“
Auch wenn es schwierig werde, sei es der Gemeinde wichtig, an erster Stelle den Menschen zu helfen, die hier ankommen. „Wir kümmern uns“, verspricht er. Ende der 90er Jahre, so erinnert sich Seitz, seien in Kriftel in drei verschiedenen Unterkünften zeitweise bis zu 130 Flüchtlinge untergebracht gewesen.

Aufruf an die Bürger

Die Schwarzbachhallen, die im Besitz der Gemeinde sind, sollen möglichst unangetastet bleiben. Es gelte, keine Panik zu verbreiten und die Akzeptanz der Asylbewerber in der Bevölkerung hochzuhalten. „Sonst ist die Integration gefährdet“, sagt Seitz. „Wer von leerstehenden Wohnungen, Häusern oder anderen Räumlichkeiten weiß, die dem Kreis zur Miete angeboten werden könnten, soll sich bitte im Rat- und Bürgerhaus melden“, ruft er auf (Telefon 4004-20 oder E-Mail an Christian.Seitz[at]kriftel.de).

Arbeitskreis sucht Helfer und Fahrräder

Der Arbeitskreis Flüchtlinge „Willkommen in Kriftel“ engagiert sich mit fast 40 engagierten Ehrenamtlern für die Flüchtlinge. Sie bieten Deutschunterricht an, organisieren Praktika, organisieren Ausflüge, helfen bei der Wohnungssuche und Behördengängen. Sie haben ein Gartenprojekt, Kochtreffen, Spieleabende, gemeinsames Musizieren und das Café der Kulturen auf die Beine gestellt. Bezuschusst werden Fahrkarten von Flüchtlingen, die einen Intensiv-Sprachkurs in Höchst besuchen, Aktivitäten von Flüchtlingen und Kriftelern (Besuch im Halligalli, Stadtführung in Frankfurt). Auch Material für den Deutschunterricht wird angeschafft.

In seinem Newsletter ruft der Arbeitskreis jetzt aktuell auf: Für die „Willkommens-Teams“ à zwei Personen, die im Juni und Juli die Neuen kurz nach ihrer Ankunft begrüßen, ihnen Unterstützung durch den Arbeitskreis anbieten und in die Deutschkurse einladen, werden noch Helfer gesucht. Anmeldung und Info bei der AK-Sprecherin Barbara Tambour (info[at]ak-fluechtlinge-kriftel.de). Ein Info-Treffen findet am Dienstag, den 26. Mai (Wäldchestag) um 20 Uhr im Gemeinschaftsraum der GU, Richard-Wagner-Straße 109, statt.

Zudem soll allen Neuankömmlingen ein Fahrrad angeboten werden. Gebrauchte funktionstüchtige Fahrräder für Herren, Damen und Kinder nimmt Tanja Seitz (sachspenden[at]ak-fluechtlinge-kriftel.de) entgegen. Wer als Lagerraum für die Räder eine Garage, einen Schuppen oder ähnliches anbieten kann, kann sich ebenfalls bei ihr melden.